Gülden

Gülden liegt 2 km südsüdwestlich von Zernien an der Kreisstraße 21 und war bis 1972 selbstständige Gemeinde und gehört seitdem zur Gemeinde Zernien. In der Hohen Geest sind besonders im Bereich der Endmoränenzüge viele Siedlungen in unmittelbarer Nähe von Geschiebelehmvorkommen angelegt worden, denn Wasservorkommen sind lebenswichtig für die Versorgung von Mensch und Vieh.

Ein frühgeschichtliches, vielleicht auch das markanteste Zeugnis dieser Zeit, lässt sich in direktem Umfeld Güldens finden. Dies zeigt, daß es sich hier schon immer zu leben lohnte.

Der 1360 urkundlich unter dem Name „Gulde“ auch „Goldin“ im Lüneburger Lehnsregister genannte Name für Gülden leitet sich von dem slawischen Wort „gola“ für Heide ab. Gülden zeigt heute keine Spuren eines ehemaligen Platzdorfes. Die Verkoppelungskarte aus dem Jahr 1852 läßt die 5 Höfe als eine halbkreisförmige Anlage erkennen, die sich um einen Dorfplatz südlich der Kirche gruppieren.

Später wurden diese Höfe an die sich in einem Wegeknoten treffenden Straßen verlegt. Sie bestimmen bis heute mit ihrer meist jüngeren Bausubstanz das Ortsbild. Es wird durch mehrere Anbauerstellen ergänzt, die zwischen ihnen Platz gefunden haben. Überwiegend Einfamilienhäuser bilden die jüngeren Ortserweiterungen.

Idyllisch spiegelt sich das alte Feuerwehrgerätehaus auf dem der Wasserfläche wieder.

Das alte Haus mit Dorfkneipe und Saal wurde aufwendig restauriert und bietet Wohnraum für mehrere Familien.

Feldsteinscheunen finden sich eher selten, trotz der reichlich damit besäten Landschaft.

 Die Güldener Kirche wurde 1786 als Nachfolgebau errichtet

Gülden besitzt eine wunderschöne Fachwerkkirche. Die erste Nennung einer Kapelle datiert aus dem Jahr 1534. Im Jahr 1790, also rund 250 Jahre später berichtete der damalige Pastor Küchenthal: „… der Bau der Kirche zu Gülden, die ich in einem solchen Zustand fand, das man nicht ohne Lebensgefahr sich hineintrauen konnte, wurde durch mein dringendes Betreiben im Februar 1786 angefangen und am Schluß desselben Jahres für 490 Reichsthaler vollendet.“

Heute nach dem Neubau, einem Anfang der 1950 Jahre durchgeführten Erweiterungsbau und aufwendigen Renovierungen braucht man keine Angst vor dem Betreten der Güldener Kirche zu haben. Dem Besucher bietet sich ein Innenraum, der durch zwei Reihen Stützen in drei Schiffe unterteilt ist. Die schlichte bäuerliche Innenausstattung mit Kanzelaltar stammt noch aus der Erbauungszeit, diese wird durch eine westliche Empore ergänzt.

Kirche und Schule bildeten lange eine Einheit, so wurde bereits in der Dannenberger Schulordnung von 1687 Gülden als Schulort für die 12 umliegenden Dörfer benannt. Um das Jahr 1770 ist erstmals ein Schulgebäude für das Kirchspiel Gülden - Riebrau erwähnt worden. Als Schulstandort fungierte Gülden bis 1969, bevor er sich dem Zerniener Schulverband anschloß.

Aber nicht nur Lernen und Arbeiten stehen im Vordergrund, auch für die Geselligkeit wurde in Gülden schon früh gesorgt. Der Schützenverein und die örtliche Feuerwehr haben eine lange Tradition. Hier Mitglied zu sein gehört in Gülden ganz einfach dazu.

 Alljährlicher Umzug beim Pfingstschützenfest in Begleitung der Feuerwehr

Neben landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieben verfügt Gülden auch über einige Gewerbebetriebe, u.a. die Winterhoff Maschinenbau GmbH & Co. KG, einem großen Arbeitgeber innerhalb der Gemeinde Zernien. Mit modernster Technik werden hier Stahl- und Maschinenbauprodukte durch CNC-Zerspanungstechnik hergestellt.

Abwechslungsreiche Landschaft lädt den Besucher dazu ein, die Gegend zu erkunden. Wanderungen durch die Drawehn, mit ihrem höchsten Punkt, dem Hohen Mechtin, sind von Gülden aus gut zu bewältigen. Auf dem neu errichteten Aussichtsturm kann man den Blick bis in die in die Swinmark, die Altmark, das Wendland oder in das Uelzener Becken hinein richten. Mit dem Fahrrad sind auch hier lohnende Ziele leicht erreichen. Ein Netz an gut ausgeschilderten Fahrradwegen führt zu den schönsten Plätzen.