Middefeitz

Middefeitz liegt ca. 5 km südöstlich Zernien an der Kreisstraße 21. Bis zum Jahr 1972 war Middefeitz selbstständige Gemeinde und gehört seitdem zur Gemeinde Zernien. Im Westen bildet die Middefeitzer Gemarkungsgrenze auch die Kreisgrenze zum Landkreis Uelzen und im Osten grenzt sie an den Forstbezirk Pampow an. Der heute noch gebräuchliche Flurname Pampow deutet auf eine alte Dorfstelle hin. Pampow heißt übersetzt "Ort bei einer kleinen Erhöhung". Warum die Bewohner ihr damaliges Dorf verließen bleibt ungeklärt. Vielleicht haben sich die Grundwasserverhältnisse nach einer längeren Trockenperiode gravierend verändert und diese Lebensumstände zwangen zur Aufgabe des Dorfes. Der Ort wurde 1476 noch erwähnt. Middefeitz lässt sich urkundlich in den Urkunden des Obergutes Grabow nachweisen. Dort erscheint der Name bereits 1364 unter dem Namen "Middevetze" nachweisen. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie " Ort, wo es Honig gibt". Bis ins ausgehende 19. Jahrhundert gab es hier noch ausgedehnte Heideflächen. Der Grunderwerb vieler Höfe in der Hohen Geest bestand neben der Schafzucht in der Imkerei.

Bienenzäune waren früher überall in der Heide zu finden

Auf der Verkoppelungskarte von 1854 sind vier unterschiedlich große Hofplätze an einem kleinen, nur wegebreiten Dorfplatz verzeichnet. Auf diesen Parzellen standen vier Haupthäuser, locker umgeben von kleinen Wirtschaftsgebäuden in einem nach Süden offenen Halbrund. Grundriß, Siedlungsstruktur und Wegeführung sind heute noch gut zu erkennen. Middefeitz weist nur wenig alte Bausubstanz auf. Der Gebäudebestand wurde den heutigen Wirtschaftsweisen angepasst.

Das Foto zeigt ein altes Vierständer-Hallenhaus in Middefeitz, das mittlerweile durch ein den neuzeitlichen Wirtschaftsbedürfnissen angepasstes Gebäude ersetzt wurde

Ein mit Apfelbäumen gesäumter Weg innerhalb der Ortslage

Die Höfe sind mit größeren Wirtschaftsgebäuden versehen worden und die Haupthäuser sind meist baulich verändert worden bzw. werden als Scheunen genutzt. Eine geringfügige Erweiterung erfuhr Middefeitz um 1900 indem zwei Anbauerstellen hinzukamen. In jüngerer Zeit wurden mehrere Einfamilienhäuser errichtet.

Gepflasterte Wege mit anliegendem Sommerweg waren früher häufig in unseren Feldmarken zu finden. In Middefeitz gibt es sie noch.

Middefeitz weist einen schön angelegten Dorfplatz mit einer kleinen Grillhütte, einigen Spielgeräten und einen Dorfteich aus. Erwähnenswert ist der Fernmeldeturm der etwas abseits in der Middefeitz Feldmark steht. Dieser 108 m hohe Fernmeldeturm bildete in der Zeit des Kalten Krieges eine der wichtigen Richtfunkstrecken zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin.

Der Middefeitzer Fernmeldeturm