Mützingen

Mützingen liegt ca. 8 km von Zernien entfernt. Das Dorf am östlichen Rand des Gemeindegebiets liegt direkt an der Kreisstraße 8, die von Hitzacker nach Lüchow führt. Mützingen war bis 1972 selbstständige Gemeinde und gehört heute zur Gemeinde Zernien.

Ein Quell des Breselenzer Baches entspringt im Mützinger Dorfteich

Mützingen liegt mit 57 m über NN am tiefsten von allen zugehörigen Dörfern innerhalb der Gemeinde Zernien. Direkt im Wechsel zwischen Hoher und Niederer Geest, am unteren Ende eines Trockentales, wo dieses in ein feuchtes Wiesental überleitet. In diesem feuchten Wiesental liegt das Wibbeser Moor, aus dem der Breselenzer Bach entspringt.

Ein gelungenes Beispiel alte mit neuer Wohnkultur zu verbinden

Mützingen wurde erstmals 1318 als "Mutsinghe" erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Nässe, Sumpf“. Einer anderen Deutung nach handelt es sich um einen deutschen Ortsnamen, der übersetzt so viel wie „Ort der Leute des Munizo“ bedeutet. Vielleicht war dieser Munzio der Stammvater der ersten Bewohner, die hier siedelten? Im Jahre 1450 besteht das Dorf aus 4 Hakenhufen und gut 110 Jahre später sind dort 9 Höfner nachzuweisen. Von diesen Hofstellen sind im dreißigjährigen Krieg einige aufgegeben worden und wüst gefallen, so daß 1684 in der Dienstbeschreibung des Amtes Dannenberg aus dem Jahr 1684 somit auch nur 4 Halbhufner und 1 Kossaterstelle, die ebenfalls wüst lag, erfaßt wurden.

Die erste detaillierte kartographische Abbildung Mützingens in der Kurhannoverschen Landesaufnahme 1776 zeigt ein unregelmäßiges Platzdorf, später in der Verkop-pelungskarte wurde Mützingen als Rundling kartiert, von dessen 9 Hofstellen 2 unbesetzt sind.

Durch Aufsiedelung und Verlegung von Höfen hat Mützingen schon im 19. Jahrhundert 500 Meter südlich der alten Ortslage einen zweiten Siedlungsteil erhalten. Um 1925 gab es 14 Abbauerstellen. Durch jüngere Neubautätigkeit sind beide Siedlungsstellen zu einem langgezogenen Ort zusammengewachsen. Der Ort hat sich in Richtung der Straße Wibbese - Bellahn ausgedehnt. Die dort entstandene Ziegelei lag noch auf dem Gebiet der Gemarkung Wibbese und wird gelegentlich diesem Ort zugerechnet, der aber 1,5 km entfernt liegt. Wibbese gehört bereits zur Gemeinde Jameln.

Partie im Dorf

Mützingen ist nach Zernien der zweitgrößte Ort in der Gemeinde Zernien. Neben landwirtschaftlichen Betrieben gibt es auch einige Gewerbebetriebe im Ort, u. a. den Garten- und Landschaftsbaubetrieb Stephan Mombaur.

Besonders hervorzuheben ist die intakte Mützinger Dorfgemeinschaft und die Ortsfeuerwehr Mützingen, die viele Veranstaltungen im Ort ausrichtet. Man findet schnell Anschluß, kaum jemand ist hier nicht Mitglied.

In der Nähe des Dorfteichs liegen der Spielplatz und die Grillhütte der Dorfgemeinschaft

In dem eher beschaulichen Ort ist in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ein wahrer Strom an Besuchern zu verzeichnen. Bei der Mützingenta, die alljährlich in diesem Zeitraum stattfindet, besuchen täglich hunderte Menschen die ehemalige Ziegelei. Nähere Informationen unter www.mützingenta.de.

Ein Karussell mit handgeschnitzten Figuren - für Kinder und Erwachsene gibt es viel zu sehen

Aber auch kulinarisch kann man sich hier verwöhnen lassen und das nicht nur mit Spanferkel am Spieß

Zwischen Bellahn und Mützingen liegt eine alte Siedlungsstelle, die als „Neu-Kloster“ bezeichnet wurde. Auf einer Karte aus dem Jahr 1590 taucht etwas nördlich von Mützingen diese Bezeichnung auf. Die ursprüngliche Hufenzahl ist unbekannt, später werden jedoch 2 wüste Höfe genannt. Knapp 200 Jahre später ist der Name zwar auch verzeichnet, allerdings nur als Feldmarksname. Auf späteren Karten taucht dann an derselben Stelle der Name Friderikenhain auf. Dieses ehemalige Vorwerk gehörte mit dem umliegenden Gelände und dem Gut Gamehlen den Grafen Grote zu Breese im Bruch. Die Grotes betrieben hier bis in das 19.Jahrhundert hinein eine Schäferei, welche einging und dann abgerissen wurde. In den Breselenzer Kirchenbüchern sind noch die Namen und Daten der einstigen Schäfer verzeichnet.

Ob sich an dieser Stelle tatsächlich ein Kloster befand, ist noch nicht erforscht. Tatsächlich befindet sich an derselben Stelle ein aus Feldsteinen gesetzter unvermörtelter Brunnen. der heute noch Wasser führt.

Vielleicht gibt eine Wanderung durch Feld und Wald Aufschluß über längst vergangene Zeiten, und man hört als ruhender Wanderer, in der Sonne träumend, das Läuten der Glocke des einstigen Klosters oder das Blöken der Schafe? Probieren Sie das doch selbst einmal aus.