Spranz

„…gesegnet sei mein Vieh, gesegnet Haus und Hof von dier so spät als früh…“ Der Schriftzug auf dem Balken einer alten Fachwerkscheune zeugt von tiefem Gottvertrauen und kündet von der Abhängigkeit der Menschen von der Natur.

Spranz liegt 3 km südöstlich von Zernien abseits von Durchgangsstraßen. Spranz war bis 1928 selbstständige Gemeinde und wurde damals mit Fließau, Keddien und dem Forstort Sudland zur Gemeinde Fließau zusammengelegt und gehört seit 1972 zur Gemeinde Zernien. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen „Spranse“, auch „Spranzen“ erfährt der Ort 1360 im Lüneburger Lehnsregister. Der Ortsname stammt aus dem slawischen und lässt sich mit „ Ort an dem es Gespanne gibt“ deuten. Stellt man sich unter dem Wort Gespann, eine mit Pferden bespannte Kutsche vor, so irrt man. In der eher kärglichen Heidelandschaft dienten wohl eher Ochsen oder Kühe als Zugtiere vor klobigen Ackerwagen. Der höchste Punkt der Gemarkung Spranz ist der Hohen Mechtin mit 142,5 m über NN. Nach Osten hin fällt die Gemarkung bis auf 55 m über NN ab. Allein daran erkennt man die abwechslungsreiche hügelige Landschaft die neben Buchenwäldern zumeist Nadelholzkulturen trägt.

Fachwerkscheune in Spranz

 

Alte Ortstafel aus dem Jahr 1928. Seitdem gehörte Spranz zur Gemeinde Fließau.

Das eigentliche Dorf bestand ehemals aus 6 Höfen. Spranz als Dorf ist mindestens seit 1742 wüst gefallen und heute ein Einzelhof, dessen zum Teil erhaltene Wirtschaftsgebäude (meist Fachwerkgebäude des 19. Jahrhunderts) einen großen leicht ansteigenden Hofplatz umgeben. Das Ortsbild erinnert an Hofansichten aus der Lüneburger Heide. Im Einwohnerbuch aus dem Jahr 1929 wird nur der damalige Hofbesitzer Wilhelm Jauch als Haushaltsvorstand genannt, allerdings war auch das nächst gelegene Telefon im Bahnhof Pudripp zu finden. Das war vor 85 Jahren…

Pferdeweiden werden von den Wäldern umrahmt und zeugen von dem hügeligen Landschaftsbild.

Ein Bild, das so natürlich heute nicht mehr existiert, denn Spranz wurde in den 1970 Jahren um eine Ferienhaussiedlung erweitert. Viele der damaligen Wochenendler zogen ganz aufs Land.

Von einem wunderschön unter mächtigen alten Bäumen gelegenen Naturparkplatz lassen sich die Wälder und Höhen des oberen Drawehn erwandern. Auch der Hohen Mechtin ist über verschiedene Wanderwege zu erreichen.